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04. Februar 2012, 10:54 Uhr
 
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Presse über raumobil

Mitfahrgelegenheit für Sofa gesucht

Internet-Anbieter vermitteln private Speditionsdienste

Das bei Ebay ersteigerte Sofa war ein Schnäppchen - aber wie kommt das sperrige Stück nun billig von Hamburg nach München? Wer kein Geld für eine klassische Spedition ausgeben will, kann sich mittlerweile online Mitfahrgelegenheiten für Möbel suchen.

Immer mehr Mitfahrzentralen nämlich vermitteln inzwischen im Internet neben Sitzplätzen auch Laderaum für Betten, Fernseher, Kühlschränke, Computer oder ander Gegenstände. Und dies mit wachsendem Erfolg, wie der Geschäftsführer des Internet-Anbieters Raumobil, Oliver Wolf, versichert.

ZITAT

"Es geht darum, Ressourcen bestmöglich zu nutzen - also auch Stauraum im Auto."

Oliver Wolf, Geschäftsführer von "Raumobil"

Privatleute lassen Möbel transportieren

Die vor drei Jahren gestartete Internet-Seite für Mitfahrgelegenheiten erhält Wolf zufolge täglich rund 50 Anfragen von Privatleuten, die Möbel und andere sperrige Gegenstände billig transportieren lassen wollen. Für sie ist der Service kostenlos, während gewerbliche Kunden - etwa Kleinunternehmen - für die Vermittlung eine Gebühr zahlen müssen.

Zahl der Leerfahrten reduzieren

Das ist auch das Credo des Elsässers Jean-François Rey, der im Juni den ersten französischen Internet-Service für Warentransporte gegründet hat. Sein Service Colis Voiturages, was in etwa Pakete-Mitfahrgelegenheit heißt, vermittelt ausschließlich zwischen Autofahrern, die Platz im Kofferraum haben, und Leuten, die etwas transportieren lassen wollen.

Auf die Idee kam der Geschäftsmann vor gut zwei Jahren: Er wollte Angehörigen in Südfrankreich alte Möbel und gebrauchte Haushaltsgeräte schicken - Sachen, für die sich ein eigener Umzugstransport nicht lohnte. "Ich dachte an die vielen Leute, die mit fast leeren Autos durch die Gegend fahren", berichtet der 37-Jährige - und seine Geschäftsidee war geboren. Die Transport-Vermittlung soll helfen, die Zahl von Leerfahrten zu reduzieren. "Wir wollen den bestehenden Verkehrsfluss besser ausnutzen, aber auf keinen Fall mehr Verkehr verursachen."

Hobby zum Geschäft gemacht

Rey ist sicher, dass das Konzept Zukunft hat - schon allein wegen des massiven Anstiegs der Kraftstoffpreise. Die ersten Erfahrungen geben ihm Recht: Die vor vier Wochen freigeschaltete Internet-Seite wurde nach seinen Angaben bereits über 15.000 Mal angeklickt, etwa 1300 Interessenten haben sich eingeschrieben. Noch bieten Rey und seine beiden Mitstreiter, die die Internet-Seite in ihrer Freizeit aufgebaut haben, den Dienst kostenlos an. Doch ab Oktober müssen Interessenten pro Jahr fünf Euro Gebühr zahlen.

von Jutta Hartlieb und Laurent Geslin, afp

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